Vor rund 50 Jahren musste Rio de Janeiro den Titel Hauptstadt von Brasilien an die Stadt Brasilia abgeben. Und nach wie vor gibt es in der brasilianischen Metropole Bandenkriege und unzählige Farvelas, in denen die Menschen von Armut gezeichnet sind. Doch all dem zum Trotz erstrahlt die rund 16 Millionen Einwohner zählende Stadt in ganz neuem Glanz und hat sich zu einem wichtigen Geschäftszentrum in Brasilien entwickelt.
Vor einigen Jahren konnte man sich in Rio de Janeiro noch günstigen Wohnraum sichern, doch wenn man heute nach einer Bleibe sucht, dann wird man in den meisten Fällen eine böse Überraschung erleben. Innerhalb von nur einem knappen Jahr sind die Mieten in der brasilianischen Metropole um mehr als das Doppelte gestiegen. Somit übersteigen die Mieten inzwischen oftmals die in den großen Metropolen wie New York, Frankfurt oder Paris, wer hätte das gedacht?!
Lange Zeit war Rio de Janeiro vor allem der Inbegriff für einen krassen Kontrast zwischen traumhaften Stränden und ausgelassenen Karneval-Feiern und der Armut in den vielen Farvelas. Natürlich gibt es diesen deutlichen Kontrast auch weiterhin, da hat sich nichts daran geändert, doch auf der anderen Seite gibt es auch zahlreiche Projekte, in die kräftig investiert wird.
Momentan werden in und rund um Rio de Janeiro Projekte im Wert von etwa 70 Milliarden Euro verwirklicht. In Rio de Janeiro hat zum Beispiel das große Energieunternehmen Petrobras seinen Sitz und gehört zu den größten der Branche. In der Stahlindustrie sieht es ähnlich gut an, denn auch der größte Eisenerzproduzent der Welt, das Unternehmen Vale, hat seinen Sitz in Rio de Janeiro. In der Stadt entstehen gerade riesige Industriekomplexe, die vom Milliardär Eike Batista finanziert werden.
Auch für die Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2014 und die Olympischen Spiele 2016 wird bereits eifrig gebaut, das berühmte Maracana-Stadion wird komplett umgebaut. Man darf auf die weitere Entwicklung von Rio gespannt sein.
