Wenn man Rio de Janeiro hört, dann denkt man zwangsläufig auch an den weltberühmten Karneval von Rio. Dabei hat der Karneval in Rio überhaupt nichts mit dem deutschen Karneval gemeinsam. Es handelt sich hierbei um eine große Parade, bei der die Sambaschulen der Stadt ihr Können unter Beweis stellen.
Traditionell findet der Karneval in Rio am Freitag vor dem Aschermittwoch statt. Das Event stellt eines der größten und berühmtesten Feste weltweit dar und lockt jedes Jahr auch zahlreiche Touristen an. Die Sambaschulen in Rio denken sie jeweils ein Thema aus, welches sie beim Karnevals-Umzug dann präsentieren möchten. Entsprechend werden die Kostüme gestaltet und die Festwagen dekoriert.
Die Kostüme sind sehr farbenfroh und werden in Handarbeit angefertigt. Viele Frauen müssen lange dafür arbeiten, um sich ein solches Kostüm überhaupt leisten zu können. Jede Tanzschule tritt mit rund 3.000 bis 5.000 Leuten an, die Teilnehmer werden in rund 40 Gruppen eingeteilt. Die Aufführung muss 75 Minuten dauern und wird von einer Jury bewertet. Dem Gewinner winkt ein Geldpreis, den Brasilianern ist die Ehre jedoch weitaus wichtiger. Die gewinnende Tanzschule kann sich über Nachwuchs-Tänzer nicht beklagen, denn die Brasilianer sind unheimlich stolz darauf, in der besten Tanzschule Mitglied zu sein. Die Gruppen bestehen aus Tänzern, Trommlern, Sängern, einer Fahnenträgerin und einem Zeremonienmeister.
Der Umzug beginnt immer im Sambodromo im Stadtteil Estacio, welches Platz für rund 88.000 Zuschauer bietet. Das Spektakel beginnt jeden Tag um 21 Uhr und endet erst in den Morgenstunden des nächsten Tages. Somit sind an jedem Tag des Festes rund 12 Stunden Party angesagt. Am Aschermittwoch findet dann die Auszählung der Punkte statt, die ersten drei erhalten einen Geldpreis. Die Vorbereitungen für dieses Event dauern das ganze Jahr an. Wer den Karneval in Rio erleben möchte, der sollte frühzeitig eine Unterkunft buchen, da die Hotels in dieser Zeit alle ausgebucht sind. Leider sind die Preise für Übernachtungen während des Karnevals auch wesentlich höher als sonst.
